20. Pisa Halb-/ Marathon

33 Reisende | 6 Pacemaker | Neun Bestzeiten

Einen besseren sportlichen Jahresabschluss für unseren ‘Lauftreff-Dahlem‘, unseren Verein und unsere ambitionierten Läuferinnen sowie Läufern kann man kaum finden, wenn man mit 33 sportbegeisterten auf Reisen geht zum Pisa Marathon.

Die 20. Austragung zog deutlich mehr Starter/innen in den Bann, bei einer tollen und abwechslungsreichen Strecke, bei vermeintlich guten Witterungsbedingungen einen Halb- bzw. Marathon kurz vor Weihnachten zu laufen.

Für uns war es gefühlt die 20. Teilnahme und wer die Saison bereits abgeschlossen hatte, war trotzdem dabei, bereicherte die Reisegruppe, stellte sich als Pacemaker zur Verfügung oder strebte seinen Jahreshöhepunkt entgegen.

Kulinarisch haben wir die Reise ausgereizt mit Pizzen, nicht enden wollenden Tischlängen in preisgekrönten Restaurants und ebenso wenig sich schließenden Essensketten. Der Eisverzehr wurde in ganz Pisa angehoben, wie auch der Ausverkauf von Schokolade, wurde uns zu geschrieben.

Sportlich war der Sonntag mit null Grad am Start und einem aufziehenden Gewitter, welches sich nach Zieleinlauf aller Laufpartner entlud, sehr windig bis stürmisch und durchweg nicht erwärmend. Der Hinweg beider Strecken war noch akzeptabel, doch der Rückweg am Arno entlang gestaltete sich als ‘Kälte-Wind-Festspiele‘.

Doch dieses muss zu dieser Jahreszeit eingeplant sein, behinderte zwar, aber verhinderte nicht die Vielzahl an Bestzeiten, die über Monate vorbereitet wurden und zum Teil einer weiteren Vorbereitung gelten.

Allen voran Samalya Schäfer, ‘Mr. Pisa‘ stürmte schneller als der Wind zu einer neuen Bestzeit mit 2:28:29 Std. und verbesserte sich um weitere vier Minuten. Damit schloss Samalya auch seine vierte Teilnahme mit der vierten Bestzeit ab. Mit der großen Zuversicht, hätte der Wind auf den letzten 12 Kilometern ihn nicht alleine getroffen, dürfte auch bei der fünften Teilnahme eine Verbesserung möglich sein.

Ebenso unbeeindruckt lief Luisa Boschan ihren ersten Marathon. Allerdings verhaltender und respektvoll beginnend, sprengte sie im Verlauf des Wettkampfes alle Männergruppen mit Temposteigerungen, bis nur noch einer übrig blieb. Vom anfänglichen 16. Platz arbeitete Luisa sich kontinuierlich auf den 3. Platz vor und überquerte die Ziellinie bei 2:45:03 Std.

Das Comeback des Jahres fegte Rainer Knust durch die Toskana. 2016 in Pisa Bestzeit laufend mit 2:52:30 Std., musste Rainer das ganze Jahr 2017 verletzungs- und genesungsbedingt pausieren. Anfang 2018 starteten wir wieder und langsam gewann er im Jahresverlauf die alte Stärke zurück, sodass dieser Marathon den Kreis schloss mit 2:55:09 Std. und Platz 2 der AK 55. Dabei war Rainer wohl der einzige, der den Wind unterlief, denn zum Ende hin konnte er deutlich an Geschwindigkeit zulegen, trotz Gegenwind und Kälte.

Malin Pfäffle lief beim ‘Berlin Marathon‘ schon deutlich verbessert und die Richtung unter 3:03 Std. war vorgezeichnet. Doch der Beginn wurde etwas engagiert gestaltet, sodass der Rückweg schmerzhaft wurde und das Ziel gefühlt nicht näher kam. Am Ende standen hervorragende 3:00:10 Std. und eine einmalige Bestzeiten-Steigerung von 32 Minuten innerhalb einen Jahres.

Eine weitere großartige Steigerung erreichte Christiane Neidiger, mit einer hervorragenden Renneinteilung, auf 3:18:16 Std. Marius Boenke hielt sich zwischen den ganzen Frauen laufend auf und verbesserte sich zum zweiten Male in diesem Jahr, auf nunmehr 3:22:24 Std., wo er noch vor zwei Jahren von einer 4:15 Std. kommend, nun fast eine Stunde früher zum Duschen gehen kann. Yvonne Böttcher lief ebenfalls sehr couragiert und erreichte erstmalig mit 3:53:57 Std. eine Marathonzeit unter 4 Stunden. Auch Babett Päschel verbesserte sich gewaltig und war schon bei 4:07:23 Std. im Ziel.

Über den Halb-Marathon lief Thomas Moormann das zweite Mal in Pisa und war mit Bestzeit von 1:32:38 Std. schneller als zu Letzt in diesem Jahr. Maritta Rössler steigerte sich vom ‘Müggelsee-Lauf‘ auf 1:50:53 Std. und Hartmut Asche wurde wie im letzten Jahr Zeitnahme technisch nicht erfasst, doch selbstgestoppte 2:07:57 Std. bedeuten auch bei ihm Bestzeit um einige Minuten. Ulli Kramer hatte mit körperlichen Ungereimtheiten zu kämpfen, kam aber trotzdem ins Ziel und das kurz vor seinem runden Geburtstag.

Ganz großen Dank gilt unseren Pacemakern Anni Stephan, Julia Jezek und Dorina Schmidt, die sich abends vor dem Start von der Halb- auf die Marathonstrecke überreden ließ. Marco König begleitete mit ‘Beat Box‘ und Gerrit Wegener, der nach Aufgabenerfüllung, plaudernd die Verpflegungsstände plünderte.

All diese Schilderungen rufen förmlich nach Wiederholung beim ‘21. Pisa Marathon 2019‘ und wer mit kommen mag, der meldet sich einfach bei uns und wir fragen beim Hotel an, ob angebaut werden kann.

 

Autor: Volkmar Scholz

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